An diesem Abend trug alles die Farbe Rot: die Tischtücher, die Kerzen, der Wein — und, wie sich herausstellte, auch das Motiv. Noch während die Vorspeise aufgetragen wurde, war bereits jemand zu Tode gekommen. Was als festliches Dinner begann, verwandelte den Speisesaal binnen Minuten in einen Tatort.
Von da an war jeder Gast ein Ermittler und beinahe jeder ein Verdächtiger. Zwischen den Gängen wurde getuschelt, kombiniert und das eine oder andere Alibi öffentlich zerlegt. Wer aufmerksam aß, behielt den Überblick — wer sich nur auf die Suppe konzentrierte, verlor die Spur.
Hinter der ganzen Inszenierung stand, das sei der Vollständigkeit halber erwähnt, keine Mordkommission, sondern eine Schulklasse: Dieselben Hände, die in der Großküche die Suppe rührten, deckten die Tafel, trugen auf und spielten am Ende auch noch die Ermittler. Selbst die Klaviermusik kam aus den eigenen Reihen.





